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Pema Kalsang Rinpoche

HH Kyabje Dzogchen Pema Kalsang Rinpoche

HH Kyabje Dzogchen Pema Kalsang Rinpoche ist die dritte Inkarnation des HH Great Khenpo Pema Banza. Von seinem 14. Lebensjahr an war er über 40 Jahre lang der 12. Thronhalter des Dzogchen Klosters.

Er wurde noch vor der kommunistischen Übernahme geschult, und ist einer der überlebenden Meister aus dieser einzigartigen Zeit. Kyabje Rinpoche ist für den Wiederaufbau des Klosters und der Buddhistischen Shira Sing Universität verantwortlich. Er ist auch der Gründer des Dzogchen Pema Tung Great Perfection Retreat Centers und hat die Lehren der Dzogchen Tradition wiederhergestellt. Kyabje Rinpoche ist der Hauptlinienhalter der direktesten Dzogchen Linie der Welt. Er gibt regelmässig Belehrungen, Ermächtigungen und Übertragungen. Er hat mehr als 40 Tulkus der jüngeren Generation erkannt und ist der Wurzelguru für Tausende von Tibetern, Chinesen und westlichen Studenten. Kyabje Rinpoche verbringt viel seiner Zeit im Retreat und mit Belehrungen und ist der Autor von zahlreichen veröffentlichten Texten.

HH Kyabje Dzogchen Pema Kalsang Rinpoche wurde am 6. Juni 1943 in der gesegneten Region von Dzachuka in Osttibet geboren. Eine Vielzahl von aussergewöhnlichen Meistern sind aus dieser Region gekommen, unter anderen auch der grosse Bodhisattva Patrul Rinpoche und der unvergleichliche Gelehrte Mipham Rinpoche. Kyabje Rinpoches Mutter war die Schwester des vollendeten Meisters Dzogchen Adro Socho und trug viele Zeichen einer Dakini, unter anderem auch die natürlich auftretende AH Silbe auf ihrer Zunge. Als Kyabje Rinpoche noch im Mutterleib war, träumte seine Tante von einer erleuchteten weissen Kristallstupa, die auf das Dach ihres Zeltes, in dem sie lebten, fiel. Bei seiner Geburt war die Umgebung erfüllt mit blühenden Blumen, die vorher noch nie gesehen wurden. Während sich die Nachricht in der Gegend verbreitete, ereigneten sich diese und andere spezielle Zeichen. Rinpoches mütterlicher Onkel, der vierte Mura Rinpoche Pema Norbu, nannte das Kind Pema Kalsang.

Im Alter von fünf Jahren reiste Dzogchen Kontul Rinpoche, der mit dem HH Second Pema Banza, Kyabje Rinpoches vorhergehender Inkarnation lebte, nach Dzachuka zum Hause seiner Familie. Als er seinen Meister sah, setzte sich der junge Pema Kalsang erfreut auf seinen Schoss, als wäre er ein guter Freund. Da erkannte er das Messer, das an Kontul Rinpoches Gürtel hing und sagte: „Das ist Meines!“ Das Messer hat der vohergehenden Inkarnation des Kindes gehört, dem Zweiten Pema Banza. Nicht lange später hat man herausgefunden, dass die Namen von Rinpoches Eltern, der Ort seiner Geburt und andere Details mit den Prophezeiungen von Jamyang Khyentse Choki Lodro, vom Sechsten Dzogchen Rinpoche Jigdral Jangchup Dorje, Tulku Drime und von anderen wahren Meistern übereinstimmten. Pema Kalsang wurde als die dritte Inkarnation des Grossen Khenpo Pema Banza erkannt.

Dzogchen Bodpa Tulku kam extra nach Dzachuka, gab Kyabje Rinpoche seine erste Garnitur von safranfarbenen Roben und betreute ihn. Im Alter von sieben Jahren wurde der Rinpoche ins Jangma Kloster gebracht, um Schreiben, Lesen und Astrologie bei Dzogchen Khenpo Chogyur zu lernen. Er war ein sehr begabtes Kind und meisterte seine Aufgaben schnell.

Mit zehn Jahren ging der Rinpoche mit Mura Tulku Pema Norbu, seinen Eltern und einer Gruppe von mehr als zwanzig anderen ins Dzogchen Kloster. Einige Tausend Lamas, Mönche und Laien reisten für drei Tage zu seiner Begrüssung an. Sie waren alle in ihre feinsten Gewänder gekleidet und bildeten eine Prozession mit seidenen Schirmen und Siegesbannern. Als Kyabje Pema Kalsang Rinpoche ankam, wurde er in den Versammlungsraum ganz oben im Lama Palast gebracht und in der Anwesenheit von HE, dem Sechsten Dzogchen Rinpoche, Great Khenpo Jigme Yonten Gonpo und einer grossen Gruppe von Khenpos und Tulkus inthronisiert.

Kyabje Rinpoche lebte viele Jahre in den Räumen Dzogchen Rinpoches. Sie studierten zusammen unter Khenpo Jigme Yonten Gonpo. Während dieser Zeit erhielten sie fast alle der profunden Lehren. Zusätzlich erhielt er von  Dzogchen Rinpoche viele wichtige Ermächtigungen. Er erhielt auch Unterweisungen und Anleitung von Mura Pema Norbu, vom grossen spirituellen Meister Ngawang Norbu, Bodtul Dhonuk Tenpe Nyima, Great Khenpo Tupten Nyendrak und vom grossen Gelehrten Pema Osel.

1955, im Alter von 13 Jahren, erhielt Kyabje Rinpoche die Einweihung zum Novizenmönch durch seinen Lehrer Khenpo Jigme Yonten Gonpo. Die volle Ordination erhielt er später durch den berühmten spirituellen Meister Khenpo Wangde Rinpoche und bekam den Namen Tupten Longdock Tenpe Gyaltsen.

Kyabje Pema Kalsang Rinpoche reiste mit dem Dzogchen Rinpoche dreimal zum Kloster von Dzongsar Khyentse Jamyang Choki Lodru, um die Ermächtigungen der alten und neuen Traditionen, der Sutren, Tantras, kanonischer und Schatztexte zu erhalten. Sie pilgerten auch nach Zentraltibet und Tsang und trafen viele Lamas unter anderen auch Seine Heiligkeit den 14. Dalai Lama.

Im Alter von 14 bis 16 Jahren lebte Kyabje Rinpoche im Dzogchen Long Life Retreat Center mit dem grossen Khenpo Pema Tsewang, der ihn persönlich unterrichtete. Während dieser Zeit meisterte er jede Prüfung über die Schriften zuverlässig ohne Schwierigkeiten. Jeder war über seine natürliche Intelligenz erstaunt. Kyabje Rinpoche schaut auf diese Jahre als die schönsten seines Lebens zurück.

Im Herbst 1958 als Kyabje Rinpoche 17 Jahre alt war, brachte ihn Dzogchen Rinpoche ins Retreat Center Gyalgi Drakkar vom Grossen Khenpo Tupten Nyendrak. Mit Tränen in den Augen bat Dzogchen Rinpoche den Khenpo, Kyabje Pema Kalsang Rinpoche, die Langlebensermächtigung entsprechend seinem Alter 17 Mal zu geben,. Dzogchen Rinpoche sagte zum Khenpo: „In naher Zeit wird die buddhistischen Tradition Hindernisse und Zerstörung erfahren. Dann nehmt nicht auf mich Rücksicht, sondern richtet die Aufmerksamkeit auf diesen Jungen.“

Während des folgenden Winters wurden Kyabje Pema Kalsang Rinpoche zusammen mit Dzogchen Rinpoche und dem Grossen Khenpo Yonten Gonpo gezwungen, in Dege zur politischen Umerziehung zu bleiben. Dzogchen Rinpoche und der Khenpo schafften es, ins Dzogchen Kloster zurückzukehren.

Bevor sie zurückkehrten, bat Dzogchen Rinpoche, Sonam Gyaltsen, den Verwalter ihrer Unterkunft, eindringlich, gut auf Pema Kalsang Rinpoche zu schauen. Zu dieser Zeit glaubte Sonam Gyaltsen, dass der Dzogchen Rinpoche damit ein paar Tage meinte. Erst später erkannte er, dass dies eine Prophezeiung war. Das war das letzte Mal, dass er sowohl den Dzogchen Rinpoche als auch Khenpo Yonten Gonpo sah. Als Kyabje Pema Kalsang Rinpoche aus dem Gefängnis entlassen wurde, kehrte er gemeinsam mit Sonam Gyaltsen ins Dzogchen Kloster zurück. Sie lebten wie eine Familie zusammen, genauso wie es der Dzogchen Rinpoche angeordnet hatte.

Die folgenden 20 Jahre brachten furchtbares Leid noch bevor der Aufruhr der Kulturrevolution begann. 6000 Klöster und eine Million Tibeter wurden ausgelöscht.

Wie ein Sturm wütete alle Arten von negativen Bedingungen angefangen von Unterdrückung des Buddha Dharma bis zu grossem körperlichen Leid. Während dieser Zeit betete Kyabje Pema Kalsang Rinpoche Tag und Nacht für die Wiedererweckung wertvoller buddhistischer Lehren. Er riskierte sein Leben, um selbst die kleinsten Teile der Lehre Buddhas, die ihm in die Hände kamen, zu bewahren. Unermüdlich und ohne von seiner täglichen strapaziösen Arbeit auszuruhen, praktizierte er die Sicht, Vollendung des Yidam, die Praxis der Erzeugung, Vollendung und Grosse Vervollkommnung. Auf diese Weise nahm er die widrigen Bedingungen als Weg des Dharma an.

Im 30. Lebensjahr von Kyabje Rinpoche ging die Sonne der Lehre Buddhas über dem kalten Land von Tibet wieder auf. Er begann, den grossen klösterlichen Sitz von Dzogchen wiederaufzubauen und vereinte die Mitglieder der spirituellen Gemeinschaft wieder. Während der Jahre 1978 und 1979 schaffte es Kyabje Rinpoche, viele wichtige Texte und Statuen wiederzuentdecken. Die meisten von ihnen mussten zu Fuss von Zentraltibet und den Tsang Regionen Tibets herbeischafft werden.

1981 etablierte Kyabje Pema Kalsang Rinpoche zusammen mit Zankar Rinpoche das erste tibetische Sprachkolleg der Provinz Sichuan am Platz der Buddhistischen Shira Singh Universiät. Er lud grosse nicht-konfessionsgebundene Meister und die obersten Halter der Dzogchen Linie ein, dort zu unterrichten. Das war als ob man Öl in die sterbende Flamme der Tibetischen Lehrtradition giessen würde. Im gleichen Jahr gelang es ihm, das erste Geschoss des historischen Lamapalastes des Dzogchen Klosters wieder aufzubauen.

1982 mit 32 Jahren machte Kyabje Rinpoche eine Pilgerreise nach Indien und wurde dort in einen schrecklichen Autounfall verwickelt. Er wurde lebensgefährlich verletzt. Kyabje Rinpoche war gezwungen, ein Jahr im Krankenhaus zu verbringen. Mit den Worten von Kyabje Rinpoche: „Ich habe es geschafft, alle Hindernisse, die mein Leben bedroht haben, zu überwinden. Ich bin der einzige Überlebende von allen Lamas und Mönchen, die im Lama Palast von Dzogchen gelebt haben. Dass es mir möglich war, das Werk für den Dharma in dieser Zeit der extremen Behinderung der Dzogchen Lehren fortzusetzen, ist sicher der Kraft von Dzogchen Rinpoches Gebeten und dem Segen der 17 Langlebenermächtigungen von Khenpo Tupten Nyendrak zu verdanken.“

Nicht entmutigt erlangte Kyabje Rinpoche wieder seine Kraft und reiste auf seinen beiden Krücken nach Indien und Nepal. Er pilgerte zu allen wichtigen Heiligen Stätten und traf HE Dzogchen Rinpoche in Südindien. Von hier aus besuchte er Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er viele sich glücklich schätzende Westler unterrichtete.

Wieder nach Tibet zurückgekehrt übernahm Kyabje Rinpoche die Verantwortung für die Fertigstellung des Lama Palasts ebenso wie für den Wiederaufbau des Grossen Tempels des Dzogchen Klosters. Ungeachtet der physischen Belastungen hat er selbst am Wiederaufbau mitgearbeitet. Mit all seinen Mitteln baute er eine goldene Reliquienstupa verziert mit wertvollen Juwelen, um die Relikte des Sechsten Dzogchen Rinpoches aufzubewahren, für deren Erhalt er 25 Jahre lang sein Leben riskiert hat.

Aus der Prophezeiung des Grossen Schatz Entdeckers Pema Namdrol Linpa:

Auf dem furchtlosen Löwenthron
des Shiva Singha Praxiszentrums
wird Padma Sambhavas Geistemanation, namens Pema,
die überragende und verdienstvolle Weisheit
der Lehren des Eroberers
wie die Sonne erleuchten
und die tausendblättriegen Lotuse vieler junger Pemas erblühen.

1988 wurde die Prophezeiung wahr, als der Wiederaufbau der grossen Buddhistischen Universität von Shira Singh begann. Kyabje Rinpoche nahm den kleinen Geldbetrag, den er aus der Entschädigung des Autounfalls bekam und startete mit den Bauarbeiten. Kyabje Rinpoche arbeitete mit 50 Mönchen und errichtete Unterkünfte für 200 Mönche und einen grossen Tempel. Er lud Meister der Schriften ein und das grosse Feuer der Lehre und Kontemplation auf die Sutras und Tantras wurde wieder entfacht. Das Dzogchen Tal, 30 Jahre lang dunkel und leer, wurde mit dem Heiligen Licht des Buddha Dharma wieder erleuchtet.

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1998 begann Kyabje Rinpoche den Bau des Retreat Centers Lotus Ground auf der abgelegenen Wiese des Dzogchen Pema Tung. Es ist der Platz des Retreat Centers seiner vorhergehenden Inkarnation. Nachdem Kyabje Rinpoche den prächtigen Tempel der Grossen Vervollkommnung 2003 fertiggestellt hatte, begann er die jährlichen Pema Tung Belehrungen und Ermächtigungen der geheimen Herzessenz des Dzogpa Chenpo für eine grosse Anzahl sich glücklich wähnender Studenten.

Vor kurzem wurde Kyabje Rinpoche eingeladen, um in den grossen Klöstern von Dorje Drak, Mindroling, Palri, Jigme Linpas Sitz Tsering Jong, Samye und Drigang , wie auch in über 50 Zweigen des Dzogchen Klosters, Belehrungen und Ermächtigungen der Nyingma Schriften und Schatztexten zu geben. Er sandte Tulkus und Khenpos sowie finanzielle Unterstützung zu diesen und vielen anderen Klöstern und Universitäten überall in Tibet und weltweit, um die Buddhistische Lehre zu verbreiten. Kyabje Rinpoche war der erste Meister, der nach der Chinesischen Besetzung das Gelübde der Ordination im Samye Kloster gab, im selben Tempel, in dem die ersten sieben Tibeter Mönche wurden. Zu dem hat er durch seine wohltätige Hilfsorganisation, der Kalsang Stiftung, umfangreiche Hilfsprogramme für Gemeinschaften aufgebaut. In dieser und vieler anderer Weise dehnt Kyabje Rinpoche seine segensreiche Bemühungen und Belehrungen dieser wertvollen Traditionen aus, auf dass sie allen Wesen zugute kommen mögen.

Translated by Evelyn Achhorner

 

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