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Mura Rinpoche

Mura Rinpoche Tenzin Kachab Dorje

Mura Rinpoche wird als Emanation (Erscheinung) von Avalokiteshvara, dem Buddha des Mitgefühls angesehen. Seine fünfte Inkarnation, Tenzin Kachab Dorje, wurde von seiner Heiligkeit erkannt, und er ist der Thronhalter des Klosters Gelong in Dzachuka. Er ist Absolvent der Buddhistischen Shira Singh Universität und ein stellvertretender Direktor. Er hat auch im grossen Gelug Kloster Drepung in Lhasa studiert und besitzt eine alles umfassende Meisterschaft in den Schriften. Mura Rinpoche ist der Direktor des Dzogchen Pema Tung Retreat Centers der Grossen Vervollkommnung, und er spricht fliessend englisch und chinesisch. Er wirkt als persönlicher Assistent und Übersetzer von Kyabje Pema Kalsang Rinpoche und organisiert die Hilfsprojekte der Kalsang Stiftung. Derzeit baut er das Gelong-Kloster wieder auf und vergrössert es. Es ist der Hauptsitz des Dzogchen Longchen Nyingtik und des berühmten Mura-Mani Monuments, eine der ältesten und grössten Sammlungen von Mani-Steinen der Welt.

Eine kurze Einführung zu den Inkarnationen von Dza Mura Rinpoche

In Tibet als Chenrezig Mura Tulku bekannt, wurde Mura Rinpoche von vielen grossen Meistern wie Jamyang Khyentse Wangpo und dem Vierten Dzogchen Rinpoche als Emanation von Avalokiteshvara, dem Buddha des Mitgefühls, erkannt.

Wo immer Mura Rinpoche hinkam, wirkte er für das Wohl unzähliger Wesen mit Mani-Gebetszeremonien, dem sechssilbigen Herz-Mantra von Avalokiteshvara. Zehntausende Menschen nahmen an diesen Festivals teil. Alte Menschen aus den Gebieten, in denen diese Feierlichkeiten abgehalten wurden, kannten meist keine andere Möglichkeit, den Dharma zu praktizieren, als das Zählen der Manis. Vor ihrem Tod hatten sie Visionen von Avalokiteshvara und träumten, dass Mura Rinpoche mit einer weissen Flagge zu ihnen kam.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen berühmten Delok oder ‚Rückkehrer vom Tod’ genannt Duklip Lama. Dieser Lama suchte wirklich Höllenbereich auf und führte  Millionen von Wesen zur Befreiung. In seinem Text genannt ‚Duklip Delok’ schreibt er, dass Arya Avalokiteshvara unvergleichlich unter all den Buddhas und Bodhisattvas ist, indem er die Höllenbereiche aufsuche um Samsara von den tiefsten Tiefen zu erschüttern. Er sagt auch, dass unter allen heutigen Wurzellamas keiner so mitfühlend ist wie Mura Tulku und niemand so viel Gutes für fühlende Wesen tut wie er.

In seinen aufeinander folgenden Inkarnationen ermutigte Mura Rinpoche überall mitfühlendes und rechtschaffenes Verhalten. Er stoppte die Jagd auf wilde Tiere, verhinderte das Schlachten von Yaks, Schafen und freilaufenden Tieren. In der Folge wurden alle Plätze, die er besuchte, für die Freundlichkeit der dortigen Menschen berühmt.

Immer wenn der Meister von gläubigen Verehrern Spenden erhielt, nutzte er sie als Beitrag für das Gravieren von Mani-Mantras in Stein. Die flachen Steine wurden gesammelt und in grossen Ansammlungen aufgestapelt, den Mani-Mauern. Die bekannteste dieser Ansammlungen heisst Mura-Mani und liegt im Serchu Bezirk in Osttibet. Es ist eine der grössten und ältesten Ansammlungen von Manisteinen der Welt. Viele grosse Meister haben festgestellt, dass der Wind und die fliessenden Wasser dieses Gebiets den natürlich entstehenden Klang des Mani-Mantras tragen. Mura Rinpoche selbst sagte, dass jeder der diese Steine umkreist oder ihnen Opfer darbringt, nicht in die unteren Bereiche fallen kann.

Der dritte Mura Rinpoche schrieb, dass die spezielle Qualität der Manisteine einzigartig sei. Er setzt fort: „Es gibt keinen Tropfen der Essenz der 84 Tausend Lehren des Buddha-Dharma, der nicht in den sechs grossen Silben des Manimantras enthalten ist. Indem man diese sechs Buchstaben in den Stein eingraviert, bleiben sie so lange wie möglich erhalten. Wenn andere, umfangreichere Lehren darin eingeritzt werden würden, wäre die Wahrscheinlichkeit höher, dass kleine Teile davon zerstört und damit die gesamte Schrift unvollständig werden würde. Das Mantra in Stein zu ritzen, macht es den Naturgewalten schwer, dieses zu zerstören. Wenn man Tempel oder Darstellungen von Buddhas Körper, Sprache und Geist aus Gold, Silber oder anderen wertvollen Materialien fertigen würde, können diese leicht von Wind, Regen oder Feuer zerstört werden. Sie könnten auch gestohlen oder geplündert werden oder verloren gehen. Die Menschen könnten auch meinen, dass sie ihnen gehören. Diese und andere Irreführungen und Nachteile könnten entstehen. Aber diese von mir errichtete Grundlage für das Entstehen zukünftiger Verdienste kann nicht so leicht zerstört werden. Niemand wird einen Manistein als sein Eigentum ansehen. Und solange sie bestehen, werden nicht nur die Menschen aus dieser Gegend, die mit ihnen eine Verbindung aufnehmen, sondern sogar die vom Wind getragenen Insekten, die sie berühren, irgendwann Befreiung erlangen und Samsara überwinden.

Die Fünf Inkarnationen von Mura Rinpoche

Der Erste Mura Rinpoche Retrot Rinzin Gyatso wurde in Nuktrot geboren. Als es für ihn Zeit wurde zu unterrichten, reiste er nach Dzodot in Kham und verbrachte den Rest seines Lebens dort. Am nördlichen Ufer des blauen Dza-Flusses begann er die Konstruktion der grossen Mura-Mani-Mauer.

Der Zweite Mura Rinpoche Bonpo Gyurme Chodar wurde in der Region Gazay geboren und wurde vom Vierten Dzogchen Rinpoche Migyur Namkhe Dorje erkannt. Erfüllt mit dem Geist von Bodhicitta erfüllte dieser Sohn eines Eroberers alle, die eine spirituelle Verbindung mit ihm hatten, mit wahrer Freude und Frieden.

Der Dritte Mura Rinpoche Pema Daychen Zangpo wurde ebenfalls in Gazay geboren und vom Vierten Dzogchen Rinpoche erkannt. Durch seinen hohen Grad der Verwirklichung besass er ungehinderte hellsichtige und andere wunderbare Fähigkeiten. Mit den gereiften Ermächtigungen von Kama und den Termas sowie der befreienden Führung der Grossen Vervollkommnung, förderte er viele grosse Meister der Erkenntnis in der Dokham Region. Insbesondere war er der Hauptlinienhalter der profunden Führung in den sechs Bardos, und er hatte zahllose grosse Studenten, unter ihnen den Fünften Dzogchen Rinpoche Thupten Choki Dorje, Jamgon Mipham Rinpoche, Shadral Kunkar Palden, Shechen Gyalstup Pema Namdral, den Grossen Khenpo Yonten Gyatso, Duklar Gonchok Gyaltsen, den Grossen Khenpo Kunpal, den Grossen Khenpo Tupgar, Gatok Nukchong und Kyabje Dilgo Khyentse.

Der Vater des Vierten Mura Rinpoche Pema Norbu war der Dzogchen-Yogi und Halter der Erkenntnis Adro Socho, und seine Mutter war Delok Khandro Baldron. Er wurde vom Fünften Dzogchen Rinpoche Tupthen Choki Dorje erkannt. Er besass exzellente Weisheit und Intelligenz und klare Anzeichen der Verwirklichung und Hellsichtigkeit. Er gab viele Belehrungen und Ermächtigungen in vielen Klöstern der Region. Alle die mit ihm in karmischer Verbindung standen, wurden seine Schüler. Während er seine zahlreichen Übertragungen der Belehrungen des wertvollen Eroberers gab, konnte man den Klang des Mani-Mantras hören. Er entschwand in den Körper der grossen Übertragung und löste sich in Licht auf. Die Anzahl der Meister, die den Zustand des Regenbogenkörpers erlangt haben, ist nicht klein, doch im Körper der grossen Übertragung zu entschwinden, ist sehr selten. Deshalb wird seine erstaunliche Biographie im Buddha-Dharma geehrt.

Der Fünfte Mura Rinpoche Tenzin Khachab Dorje ist der Grossenkel seiner vorhergehenden Inkarnation und wurde von vielen grossen Meistern übereinstimmend erkannt. Er ist hoch gebildet und reich an reinen spirituellen Eigenschaften eines wahren Meisters. Er ist ein grosser Lehrer, Debattierer und Schreiber und beschäftigt sich viel mit Studien, Kontemplation und Meditation. Mit seinen exzellenten Sprachkenntnissen in Tibetisch, Chinesisch und Englisch arbeitet er weltweit, um die Qualitäten des Mitgefühls und der Freundlichkeit als die Wurzel des allen zugutekommenden Glücks zu fördern und die heiligen buddhistischen Lehren zu verbreiten.

Translated by Evelyn Achhorner

 

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