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7th Dzogchen Rinpoche

Siebter Dzogchen Rinpoche Tenzin Longdok Nyima

Dzogchen Rinpoche ist Thronhalter des Dzogchen-Klosters und der Direktor Buddhistischen Shira Singh Universität. Er ist ein Khenpo (Professor) und studierte bei vielen verwirklichten Dzogchen-Meistern der alten Generation. Dzogchen Rinpoche hat einen Doktortitel der Buddhistischen Universität in Peking und einen Sitz im religiösen Beirat der Präfektur von Dege. Er ist auch von der Chinesischen Regierung als einer der höchsten Lama Inkarnationen in Tibet anerkannt. Er veröffentlichte die umfangreiche Geschichte der Dzogchen-Linie im Jahr 2004. Derzeit ist seine Zeit aufgeteilt zwischen Unterricht im Shira Singh Kolleg und Schreiben.

Der Rinpoche wurde in der Bare Region im unteren Amdo Gebiet im Jahr des Tigers 1974 als Sohn von Tsering Gyaltsen des Magyal-Klans und Dondrup Drolma des Ando-Klans, desselben Klans wie der Sechste Rinpoche geboren. Schon in jungen Jahren besass der Rinpoche grosses Mitgefühl und Entsagung.

Im Alter von sieben Jahren wurde er Zeuge, wie hunderte von Yaks und Schafen in seiner Heimatstadt abgeschlachtet wurden. Dies gab den Anstoss, seine Heimat zu verlassen, um ein religiöses Leben im Dzogchen-Kloster zu führen.

Im Kloster wurde der Rinpoche liebevoll von seinem Onkel Tulku Pema Kalsang Rinpoche und Sogyal, der Betreuer des Sechsten Dzogchen Rinpoche war, aufgezogen. Er lernte lesen und schreiben und mit 15 Jahren ging Rinpoche in die Shira Singh Universität, wo er vom Grossen Khenpo Dawa Osel ordiniert wurde und Grammatik und Poesie studierte. Rinpoche erhielt Unterweisungen in allen wichtigen Sutras und Tantras durch viele spirituelle Lehrer, wie dem Grossen Khenpo Dawa Osel, Minyak Khenpo Tsering Nyima, Gegyal Khen Rinpoche Tubten Namgyal, Geymang Khenpos Wanglo und Wangdu und vom Grossen Minyak Khenpo Zara Chodrak. Der Grosse Pandita Pema Tsewang unterrichtete ihn in den wichtigen schriftlichen Kommentaren der Madhyamaka, Prajnaparamita und Logik zusammen mit den Abhandlungen von Mipham Rinpoche. Der Rinpoche war von Natur aus sehr intelligent. Im Alter von 18, als er bereits eine grosse Anzahl von Belehrungen gemeistert hatte, wurde er Assistent an der Buddhistischen Shira Singh Universität.

Im Alter von 20 Jahren hörte Rinpoche vom Grossen Khenpo Chokyab Rinpoche, einem alten verwirklichten Lama vom Serta-Distrikt. Er suchte diesen Lama auf, um bei ihm zu studieren, und erhielt dort profunde Belehrungen der Nyingma Tradition, einschliesslich der persönlichen Belehrungen des Dzogpa Chenpo (Dzogchen). Als Rinpoche nach Shira Singh zurückkehrte, nun 22 Jahre alt, wurde er mit dem Titel Khenpo oder Meister der Schriften ausgezeichnet und begann, verschiedene Themen zu unterrichten, auch über den Mittleren-Weg und der Vollendeten Weisheit.

Mit dem verwirklichten Meister Dokden Lama erhielt der Rinpoche die vollständige Dzogchen Übertragungslinie, der innersten esoterischen Herzessenz. Der Lama pries ihn mit den Worten: „Ich legte die Linie in die Hände unseres kostbaren Vaters.“ Von diesem Meister erhielt Rinpoche auch mit 27 Jahren die volle Ordination. Der grosse Zufluchtslama Tulku Pema Kalsang Rinpoche und Drukpa Tulku Tupten Nyima übertrugen dem Rinpoche die vollständige Sammlung von Ermächtigungen der Nyingma Tradition, zusammen mit den befreienden Anweisungen und den begleitenden Übertragungen. Auf diese Weise wurde der Rinpoche reich an heiligen Qualitäten der Weisheit, Ethik und Mitgefühl.

Wie der Siebte Dzogchen Rinpoche erkannt wurde

Einen Abend nach der Einäscherung des Sechsten Dzogchen Rinpoche Jigdral Jangchub Dorje, begann Khenpo Yonten Gonpo plötzlich etwas zu schreiben. Früh am nächsten Morgen übergab er seinem Neffen eine mit roter Tinte geschriebene Notiz, die er sorgsam aufbewahren sollte.

Nach drei Monaten andauernder Reise schafften es Khenpo Yonten Gonpo und seine Studenten, die Täler von Dzajut Tromza und Bonbo unerkannt zu passieren. Am Abend des nächsten Neumonds entschwand der Meister.

Nicht lange nach Khenpo’s Tod wurde der junge Pema Kalsang Rinpoche aus dem Gefängnis in Dege entlassen und kehrte nach Dzogchen zurück. 1964, fünf Jahre später, übergab ihm Sonam Dopten die symbolische Prophezeiung, die der Khenpo damals geschrieben hatte. Pema Kalsang Rinpoche versteckte das Papier zusammen mit allen  Hinterlassenschaften vom Dzogchen Rinpoche, obwohl er Verhör und Folter ertragen musste

Die Prophezeiung des Grossen Khenpo Jigme Yonten Gonpo

    Zu allen Buddhas, dem wahren Vajradhara,
    zu Padmakara’s grenzenloser Barmherzigkeit,
    bete ich mit meinem ganzen Herzen,
    mögen Hoffung und Dharma übereinstimmen.
     
    Unter weissen Wolken im Osten,
    wird er, mein Herzblut,
    sich der jungen Familie
    von Dhvaja und Tara anschliessen.
     
    Meditative Visionen entspringen
    voller Freude aus meinem sorgenvollen Geist.
    Bewahre dieses Geheimnis in deinem Herzen,
    für eine Zeit die noch kommt.

Eine Erklärung der Prophezeiung:

Im ersten Vers wird Guru Rinpoche, auch als Padmakara bezeichnet, angerufen. Das gewährleistet die Übereinstimmung der dargestellten Ereignisse mit dem Dharma und den Schutz vor Dämonen und übelgesinnten Geistern. Die Notwendigkeit, zu Guru Rinpoche zu beten, ist einleuchtend, weil alle früheren Inkarnationen von Dzogchen Rinpoche erkannt und ihnen die Namen gegeben wurden gemäss Guru Rinpoche’s verborgenen Prophezeiungen. Der Grosse Khenpo sah diesen Text ebenfalls als einen von Guru Rinpoche's Prophezeiungen an.

Der zweite Vers besagt, dass Rinpoche’s Geburtsort im Osten sein wird. Der jetzige Dzogchen Rinpoche wurde in Osttibet geboren. Es werden auch die Namen seiner Eltern auf Sanskrit erwähnt; Dhvaja ist Gyaltsen auf tibetisch und Tara wird übersetzt als Dronma. Der Vater von Rinpoche hiess Tsering Dondrup, aber als Kind war er als Tsering Gyaltsen bekannt. Seine Mutter heisst Dondrup Dronma.

Der dritte Vers erläutert, wie der Text dem Grossen Khenpo als plötzliche meditative Vision erschien, und unterweist jene, die der Prophezeiung vertrauen, auf die passende Zeit zu warten, um sie zu offenbaren.

Dokden Lama erkennt den Siebten Dzogchen Rinpoche

Eines Tages während der Belehrungen von Dokden Lama hielt er plötzlich inne, drehte sich zu Tenzin Longdok Nyima um, legte ihm einen seidenen Schal um den Hals und erklärte ihn zum Siebten Dzogchen Rinpoche. Der Meister gab ihm auch ein kleines handgeschriebenes Papier, das eine Prophezeiung offenbarte.

Dokden Lama’s Prophezeiung ‚Die Lösung der Knoten des Zweifels’

    Lotusgeborene Einheit von Buddha und Lama,
    bete ich zielbewusst,
    mit ganzem Wesen verehrend,
    untrennbarer Schützer segne mich.
     
    Vom leeren selbstleuchtenden Dharmakaya,
    entstehen unbegrenzte Emanationen,
    die Kraft der Gebete von Bodhisattva Jigdral,
    unfehlbare Wahrheit karmischer Verbindung.
     
    Lama Gonpo's Prophezeiung spricht
    von weissen Wolken des östlichen Heimes,
    eine neue Familie, der Name Dhvaja,
    und ein symbolischer Herztropfen.
     
    Meine Vision hielt einen kristallenen Felsblock,
    der aufstieg mit juwelenglänzendem Licht,
    der Einsicht des erleuchteten Lamas
    bringt dies Anerkennung.
     
    Unser kostbarer Lehrer,
    wenn er respektiert wird,
    wird die Wahrheit des Dharma verbreiten,
    und ungezählten Wesen von Nutzen sein.
     
    Diese unzusammenhängenden Worte,
    was immer mir einfiel,
    sind nichts Poetisches, doch
    sie enthalten die tiefgründigste Wahrheit.
     
    Lamas der Traditionslinie, segnet mein Herz,
    Wurzelgottheiten, regnet Verwirklichungen hernieder.
    Dharma-Schützer, beibt immer nahe.
    Mögen alle tugendhaften Wünsche verwirklicht werden!
    Tugend! Sarva mangalam.

Dokden Lama sagte, dass der Grosse Khenpo Jigme Yonten Gonpo durch eine freudige meditative Vision die Wiedergeburt des Dzogchen Rinpoches erkannte. „Eines Tages beschloss ich, in Meditation herauszufinden, ob dem Rinpoche der Titel gegeben und er inthronisiert werden würde und welchen Nutzen er dem Dzogchen Kloster und allen Wesen bringen würde. In einer visionären Erfahrung, anders als ein Traum, stieg eine weisse Masse vom Himmel herunter und landete im Tal von Rudam. Im nächsten Moment erschien ein unglaublich helles Licht und erfüllte den gesamten Raum. Diese symbolische Vision zeigt, dass die Lehren des Dzogchen in Zukunft nicht verschwinden werden, sondern fortgesetzt und verbreitet werden. Das ist die glückliche Verbindung erleuchteter Handlungen. So hat gestern dieser alte Mann gewagt, unserem Rinpoche seinen Titel und einen seidenen Schal anzubieten.“

Dzogchen Tulku Drime Ozer’s Prophezeiung

Eine andere Prophezeiung gab Dzogchen Tulku Drime, der als die Emanation des Begleiters von Dho Khyentse bekannt ist. Er hat die meisten Dzogchen Tulkus seiner Zeit erkannt, unter anderen auch den Sechsten Dzogchen Rinpoche Jigdral Dorje. Alle kannten ihn als authentischen Schatzentdecker. Noch vor den grossen Veränderungen schrieb Tulku Drime einen geheimen Brief, der eindeutig die kommende Situation in Tibet voraussagte, und der die Höhen und Tiefen beschrieb, die dem Dzogchen Kloster und den Lehren widerfahren würden. Von diesem Meister kamen diese Worte betreffend den Siebten Dzogchen Rinpoche:

„Die siebte Wiedergeburt Pema Gawang, Tulku von Samten Choling, Halter der Lehren, wird den grossen König von China ehren und den rubinfarbenen Khenpohut ausstellen. In den Tälern von Hana, Dadrin und Barchen zusammen mit Mongalam und Samedra, werden sich Gemeinschaften von ordinierten Mönchen, Mantrins und Nonnen bilden. Zwischen den Wiesen von Tulchunyak und Yaktangchu werden sich die Dörfer von Tibet und China verbinden.“

Eine Erklärung der Prophezeiung:

Die siebte Inkarnation oder Tulku des Dzogchen Rinpoche wird manchmal Pema Gawang genannt. Das ist auch der Name, den Dokden Lama verwendet. Das Dzogchen Tal wird Rudam Urgyen Samten Choling genannt. Die Zeile ‚ehrt den grossen König von China’ bezieht sich auf die gute Beziehung Rinpoches zu den chinesischen Behörden. Nach der Bestätigung seiner Identität wurde der Rinpoche rasch mit offiziellen Papieren, die ihn als einen der wichtigsten inkarnierten Lamas in Tibet anerkennen, ausgestattet. Viele der regionalen Führer nahmen an seiner Inthronisierung teil. In dieser Weise kann man sagen, dass der Rinpoche China ehrte.

Die Zeile ‚den rubinfarbenen Khenpohut ausstellen’ bezieht sich auf Rinpoche’s Lehrtätigkeit. Er ist eine Authorität der Schriften der Nyingma Tradition und hat den Status eines Khenpos oder Professors am Shira Singh Kolleg für Schriften. Während seiner Inthronisierung wurde Rinpoche mit dem Titel Shungchen Ramjam, oder Meister der Grossen Schriften, ausgezeichnet. Er wurde mit dem kastanienbraunen Hut, dem Symbol eines grossen Pandita, beschenkt.

Die Täler, die in der zweiten Zeile der Prophezeiung erwähnt werden, liegen östlich und westlich des Rudam Tales, und es wird sich weisen, ob neue Siedlungen von Mönchen, Tantrins und Nonnen hier entstehen werden. Die letzte Zeile ist ein Zeitindikator. In den zurückliegenden Jahren ist es tatsächlich eingetroffen, dass die Wiesen, die einst die chinesischen Verwaltungsgebäude und die benachbarten Anwesen getrennt haben, bebaut und bewohnt wurden.

Zusätzlich zu diesen Prophezeiungen machten viele andere Lamas Voraussagen in Bezug auf Rinpoches Wiedergeburt und Aktivitäten, unter ihnen auch der Grosse Schatzentdecker Yonre von Litang und der Lingzhe Lama von Zamit. Die Inkarnation von Mipham Rinpoche, der grosse Gerong Gyalse Rinpoche, schrieb, dass es als sicher anzusehen ist, dass Tenzin Longdok Nyima die Wiedergeburt von Dzogchen Rinpoche ist. Viele weitere grosse Meister der Weisheit in Tibet und Indien bestätigten Rinpoches Identität.

Translated by Evelyn Achhorner

 

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